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Paulus, der Unermüdliche

„Der Gruß ist von meiner eigenen Hand: Paulus. Denkt daran, dass ich in Fesseln liege.“
(Kolosser 4,18a)

Paulus legt in seinem Selbstzeugnis (Galater 1 und 2) sehr viel Wert darauf, dass seine Evangeliumsüberlieferung nicht von den Jerusalemer Aposteln stammt. Nur Petrus habe er damals „zwei Wochen“ gesehen. Das kann aber nur bedeuten, dass er in Damaskus oder in „Arabien“ (im Nabatäerreich) die entscheidene Überlieferung an Jesusworten erhalten hat: „Ich bin auch nicht als erstes nach Jerusalem zu denen gegangen, die schon seit längerer Zeit zu Aposteln berufen waren. Ich begab mich vielmehr zunächst in die Gegend namens Arabia, südlich von Damaskus, und dann nach Damaskus zurück. Erst drei Jahre später zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus zu besuchen. Bei ihm blieb ich zwei Wochen. Ich bin damals keinem anderen Apostel begegnet und von den wichtigen Leuten nur Jakobus, dem Herrenbruder. Gott ist mein Zeuge, er weiß, daß ich nicht lüge. Dann reiste ich nach Syrien und Kilikien.“ (Galater 1,17-21)

Die vierzehn Tage bei Petrus werden sicher vom Austausch über das Evangelium und damit von Gesprächen über das Leben Jesu bestimmt gewesen sein. Paulus legt in seinem Brief an die Galater Wert darauf, dass er mit Petrus durch seine spezielle Berufung direkt vom Auferstandenen auf Augenhöhe geredet hat. In vierzehn Tagen kann man natürlich eine Menge besprechen, sich aufschreiben oder abschreiben. Das war wohl auch der Sinn der Reise nach Jerusalem. Außerdem wollte er sicher erläutern, wie er sich vom „Saulus“ zum „Paulus“ gewandelt hatte, es war ihm wichtig, Vertrauen zu den Vertretern der Christen in Jerusalem zu finden, die ihn ja von seinen Verfolgungsaktionen als eifernden Vertreter des Judentums kannten. Ohne viel in diesen Besuch hineinzugeheimnissen, es wird hier ein Transfer wichtiger Informationen aus der Urgemeinde zum neuen Apostel gegeben haben. Vielleicht wurden auch Absprachen getroffen, denn Paulus zog danach über Antiochien nach Kilikien in seine Heimat, um in Tarsus und Umgebung das Evangelium zu predigen.
Von dort wird er später von Barnabas wieder nach Antiochien geholt. Das war eine der wichtigsten und (im positiven Sinne) folgenschwersten Entscheidungen der Antiochener. Lukas beschreibt diesen Vorgang in der Apostelgeschichte und überliefert damit auch den neuen Namen der Jesusnachfolger: „Christianoi“! „Barnabas aber ging nach Tarsus, um Saulus zu suchen. Und als er ihn gefunden hatte, nahm er ihn mit nach Antiochia. Sie blieben ein ganzes Jahr bei der Gemeinde und lehrten viele Leute. Hier in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.“ (Apostelgeschichte 11,25f)
Was und wie lehrten Paulus und Barnabas damals in der wohl bedeutendsten Missionsgemeinde der jungen Kirche? Auf welche schriftlichen Aufzeichnungen der Jesusgeschichte und der Jesusworte konnten sie zurückgreifen? Ohne schriftliche Texte der Lehrenden gab es keine Lehre! Ein schulartiger Lehrbetrieb brauchte konkrete Unterlagen. Wie konnten wir so lange solche banalen Dinge in der Theologie einfach außer acht lassen?

Nach vierzehn Jahren (Galater 2,1) zog Paulus wieder nach Jerusalem zum sogenannten Apostelkonzil (zusammen mit Barnabas und Titus). Das Apostelkonzil wird auf 45 bzw. 48 n. Chr. datiert. Wenn wir zurückrechnen, wann Paulus seine Erstüberlieferung empfangen hat, kommen wir auf 34 oder 31 n. Chr., also in die Zeit unmittelbar nach Tod und Auferweckung Jesu. In dieser Zeit hat Paulus bereits ein geprägtes Auferstehungs-Tauf-Bekenntnis empfangen, das uns als eines der ältesten Stücke christlicher Liturgie in 1. Korinther 15,3-5 vorliegt. Ein solcher kunstvoll geformter Text muss schriftlich fixiert gewesen sein. Er gehörte offensichtlich schon für die ganz frühen Jesusnachfolger der ersten Stunde zum Grundbestand des Taufaktes.

Die Gemeinden in und um Damaskus müssen also zurückgehen auf die Pfingstpredigten der Apostel während des Wallfahrtsfestes in Jerusalem. Man schätzt heute, dass bei solchen Anlässen etwa eine halbe Million Festpilger in Jerusalem waren, was sind da die 3000, die Christen wurden? Aber diese 3000 oder mehr Messiasnachfolger brachten die Botschaft des Evangeliums von der Gottesherrschaft in Jesus, dem Gottessohn, zurück in die Synagogen des Römischen Reiches, besonders in seinen Ostteil. Was haben die Festpilger, die nun getauft waren, wohl nach Hause mitgenommen? Ein paar „warme Worte“ aus dem Mund der Apostel?

Was nahmen traditionelle Festpilger aus Jerusalem mit? Wenn sie lesen und schreiben konnten, waren es oft Schriftrollen, weil man die Pilgererfahrung vertiefen wollte (Philippus und der Äthiopier). Darin hat sich bis heute nichts geändert! Wenn die Festpilger Christen geworden waren, dann haben sie mit Sicherheit Aufzeichnungen über das Evangelium oder Sammlungen von Jesusworten auf Pergament oder kleine Holzkodizes mitgenommen. Denn diese ersten Christen werden sicher nach ihrer Bekehrung zum Messias Jesus nicht sofort wieder abgezogen sein, sie waren zu einem mehrtägigen Fest in der Stadt. Der Taufe folgte immer die Belehrung, die Einführung in die neue Lebenshaltung, in die „Gebote des Messias“, in das Verständnis der Erfüllung der prophetischen Verheißungen der „Schrift“. Dabei gilt heute wie vor zweitausend Jahren, gebildete Menschen schreiben ihre Erfahrungen auf, daran führt kein Weg vorbei. In der Jesusbewegung waren die typisch pharisäischen Schreibverbote nicht gültig, das zeigen alle Zeugnisse der frühesten Missionsarbeit. Dann hätte es weder ein Aposteldekret noch frühchristliche Hymnen gegeben und die ganze Briefliteratur wäre ein Skandal gewesen. Das Evangelium wurde auch nicht heimlich weitergegeben, sondern war von Anfang an eine Botschaft mit öffentlicher Relevanz. Auf Menschen, die solche schriftlichen Unterlagen aus Jerusalem mit nach Damaskus und in die „Arabia“ genommen haben, muss Paulus getroffen sein. Wenn wir also davon ausgehen können, dass schon mit der Erstverkündigung in Jerusalem schriftliche Zeugnisse des Evangeliums den Weg in die jüdische Diaspora antraten, dann wird auch klar, warum wir so viele (nicht in den kanonischen Evangelien überlieferte) Jesusworte später zitiert finden.

Paulus spricht von der „Erstüberlieferung“, die er erhalten hat. Diese Erstüberlieferung wird in schriftlicher Form vorgelegen haben, das war für einen Gelehrten wie Paulus wichtig. Warum sollte er im Gegensatz zu seiner ganzen Ausbildung vom Hörensagen leben? Es war ihm wichtig, dass er die Erstüberlieferung selbst erhalten hat und nicht irgendetwas über Jesus erzählen musste. Er verstand sich in einer direkten Überlieferungsweitergabe. Wenn er in seinen Briefen oft Schlussfolgerungen aus Leben und Botschaft Jesu zieht, dann muss ihm etwas schriftlich vorgelegen haben, das er verarbeitete und auf das er sich bezog. Ein christliches Allgemeingut der richtigen Überlieferung konnte es aber nur geben, wenn man schriftliche Vorlagen hatte!

Für unsere heutige Beurteilung ist die Nähe zum Jesusgeschehen und die Qualität der Überlieferung von entscheidender Bedeutung. Dabei geht es nicht allein um die Einzelüberlieferung, sondern um das gesamte Zeugnis. Wir können davon ausgehen, dass Paulus als dem wirkungsgeschichtlich wichtigsten Zeugen der frühesten Christenheit, das „Evangelium“ in seiner entscheidenden Form vorlag. Er wusste alles, was er wissen musste, um die Mission Jesu zu erfüllen. Er kannte die Tradition der „Schrift“ und die Erfahrung des Auferstandenen, er war mit den Schilderungen der Apostel aus dem Leben, Sterben und Auferstehen des Gottessohnes vertraut. Er kannte die Überlieferungen aus der frühen Christengemeinde von Damaskus, von der Urgemeinde in Jerusalem und der Stadt mit den ersten „Christianoi“, Antiochien. Viele seiner Formulierungen zum Evangelium legen nahe, dass eine große Zahl der Jesustexte ihm persönlich vorlag. Anders sind sie nicht zu verstehen, das werde ich später zeigen.
Paulus war der Vermittler zwischen Juden- und Heidenchristen und einer der ersten, der begriffen hatte, dass das „Evangelium von Jesus Christus“ nicht einfach eine Verlängerung der „Schrift“ war, sondern etwas qualitativ Neues, eine universale Botschaft für alle Menschen! Wir haben also einen Überlieferer von hoher Bildung, aber auch überragender Ehrlichkeit und Verantwortung vor uns.

Paulus ist durch seine besondere Bekehrung schon bald nach dem Tode Jesu zwar kein Zeuge für dessen Lebenszeit, aber durch seine Begegnung mit den Augen- und Ohrenzeugen der Worte und Taten Jesu ganz nah dran. Paulus war Schriftgelehrter mit einer umfassenden Ausbildung, geübt in der Auslegung der „Schrift“, er kannte (wie es für Schriftgelehrte damals üblich war) große Teile der Tora auswendig. Er führte immer schriftliche Aufzeichnungen mit sich. Er wird sich sicher auch Notizen über das gemacht haben, „das er empfangen hat“. Wir müssen also mit größter Sicherheit davon ausgehen, dass Paulus und seine Reisegruppen immer eine Sammlung von Jesusworten mit sich führten. Zur Paulusbegleitung gehörten Theologen, Schreiber oder auch ein Historiker wie der Arzt Lukas, ein Mensch mit hellenistischer Allgemeinbildung. Es ist eine illustre Gesellschaft mit hohem Bildungsgrad, die wohl auch gemeinsam ihren Glauben in Gottesdiensten und Gebetsversammlungen praktiziert. In diesen Rahmen passen für die Kommunikation nur schriftliche Überlieferungen, die dem Austausch und der Gedankenentwicklung dienen. Gerade für die längeren Paulusbriefe gab es sicher Entwürfe und Konzepte. Viele wurden aus dem Gefängnis geschrieben, also zu Zeiten, wo Paulus und seine Mitarbeiter viel Zeit hatten! Auch hier gilt wieder, sobald wir in die Details des Lebens dieser Reisegruppen gehen, stoßen wir auf die hohe Wahrscheinlichkeit von Verschriftlichung.

Paulus stellen wir uns sicher als fleißigen Briefschreiber vor, das ist aber nur bedingt richtig. Paulus hat wenige oder keinen Brief selbst geschrieben, er hat seine Briefe meist diktiert. Er hatte (wie schon beschrieben) immer ein Team von Mitarbeitern um sich. Oft werden nur die Hauptverantwortlichen genannt. Die anderen können wir aus Nebenbemerkungen in Briefen, aus den Schlusswünschen oder Berichten der Apostelgeschichte erschließen. Seine Reisen waren gefährlich, deshalb war es ohnehin nötig, in der Gruppe zu reisen. Seine Art der Verkündigung orientierte sich auch an der Tradition der Schriftgelehrten, die immer Schüler um sich hatten, um ihre Kenntnisse weiterzugeben. Vielleicht war ihm auch das Vorbild Jesu wichtig. Auf jeden Fall wurden die meisten Briefe nach dem Schreiben sofort kopiert und auch in andere Gemeinden weitergegeben. Vermutlich dachte Paulus, dass es dort ähnliche Probleme geben würde. Eine Kopie behielt er immer zurück, das lässt sich daraus schließen, dass er in zweiten Briefen an Gemeinden auf den ersten Brief Bezug nimmt.
Viele Einzelheiten über die theologische und literarische Arbeit des Paulus finden wir in der Apostelgeschichte. Beschäftigen wir uns einmal mit seiner Vorgehensweise in der missionarischen Verkündigung. An zwei Orten ist eine längere Zeit der Predigttätigkeit überliefert, in Ephesus und in Korinth. Beides waren strategisch wichtige Orte mit einer großen Ausstrahlung in die jeweilige Provinz.

Zunächst möchte ich mit Ihnen eine Reise nach Ephesus machen. Vielleicht haben Sie schon einmal während einer Studienreise diese Stadt im früheren Kleinasien besucht. Damals lag sie am Meer, reich geworden vom Handel, der rund um den Artemistempel blühte. Seit Jahrhunderten geprägt von einer schriftlichen Traditionsvermittlung, mit einer berühmten Bibliothek ausgestattet, eine Weltstadt nach heutigen Maßstäben. Man kann noch ihre alten Straßen entlang  gehen und hat das Gefühl, gleich auf einen alten Hellenen zu treffen, der unterwegs zum Bad ist oder zum Gymnasium. Über die Zeit in dieser Großstadt der Antike schreibt Lukas: „Paulus ging auch in die Synagoge und predigte dort. Mutig missionierte er drei Monate lang für das Reich Gottes. Doch einige zeigten sich unzugänglich. Sie wollten Paulus nicht folgen und stritten dem Christentum öffentlich jede Berechtigung ab. Da kehrte Paulus ihnen den Rücken und zog mit seinen Anhängern aus der Synagoge aus. Dafür hielt er jeden Tag Vorträge im Lehrsaal von Tyrannos. Das tat er etwa zwei Jahre lang, so daß alle in der Provinz Asia, Juden wie Griechen, von der christlichen Botschaft erfuhren. Außerdem wirkte Gott durch die Hände des Paulus erstaunliche Machttaten.“ (Apostelgeschichte 19,8-11)

Bisher haben wir noch nicht darüber nachgedacht, was es für die Überlieferungsgeschichte bedeutet, dass Paulus über eine so lange Zeit regelmäßig vor Zuhörern gesprochen hat und zwar in einem öffentlichen Raum. Wer hat diese Predigten, Vorlesungen mitgeschrieben? Welche Textgrundlagen wurden für diese Reden benutzt?
Paulus hatte mit seinem Team in Ephesus offensichtlich den Lehrsaal des Tyrannos gemietet. In einem Lehrsaal feiert man eigentlich keine Gottesdienste, also müssen die Veranstaltungen einen anderen Charakter gehabt haben. Versuchte Paulus, ähnlich wie in einer Philosophenschule, Menschen argumentativ zu überzeugen? Das hatte seit Platon und erst recht dem Philosophenschulleiter Aristoteles eine lange griechische Tradition. Aristoteles hatte eine eigene Bibliothek, er legte auf schriftliche Lehrformen großen Wert. Platon hatte für das Mitschreiben seiner Vorlesungen kein Verständnis. Er war schon so berühmt, dass man mit diesen Texten gut Geld verdienen konnte. Er war deshalb sauer auf seine Studenten, weil einige  mitgeschriebenen Texte im reichen Syrakus (einer Tochterkolonie Athens, die bald die Mutter überflügelt hatte) zu Geld machten.

Paulus hat versucht, durch seine besondere Art der Verkündigung im Lehrhaus des Tyrannos viele Menschen in der Provinz Asia zu erreichen, Juden wie Griechen. Offensichtlich war Ephesus ein Ort mit großer Breitenwirkung. Später wird es hier viele bedeutende Christengemeinden geben. Sollte diese ganze systematische Arbeit nur auf mündlicher Verkündigung und Lehre beruht haben? Kaum zu glauben. Menschen, die aus der Provinz gekommen waren und vielleicht nach einem mehrtägigen Aufenthalt in der Hauptstadt mit all ihren kulturellen Einrichtungen auf Paulus gestoßen waren und von ihm und seinem „Evangelium von Jesus Christus“ überzeugt wurden, gingen nicht ohne ein schriftliches Zeugnis zurück nach Hause. Sie schrieben mit oder kauften sich Geschriebenes. Manche kamen in dieser Zeit sicher wieder und wollten mehr wissen. Wenn sie reich waren, gaben sie Abschriften in örtlichen Schreiberschulen in Auftrag. Wir haben uns in der Vergangenheit diese missionarische Arbeit des Paulus viel zu kleinkariert vorgestellt. Auch damals standen mediale Möglichkeiten zur Verfügung, die man nicht mit der Missionssituation im Germanien des Mittelalters vergleichen kann.

Unsere Weiterreise führt uns in die schöne Stadt Korinth. Sie ist der zweite Ort mit einem längeren Paulusaufenthalt. Korinth hatte damals Athen in seiner Bedeutung (wichtig für den Handel wegen seiner zwei Häfen am Isthmus von Korinth) überflügelt und war in römischer Zeit die Hauptstadt der Provinz Achaja geworden: „So blieb Paulus achtzehn Monate in Korinth und verkündete das Wort Gottes.“ (Apostelgeschichte 18,11)

Paulus wohnt bei Aquila und Priscilla, einem judenchristlichen Ehepaar, das wegen der Ausweisung der Juden aus Rom durch Kaiser Claudius in Korinth gelandet war. Aquila war ebenfalls Zeltmacher wie Paulus und der konnte dort das Handwerk zur Bestreitung seine Lebensunterhalts ausüben. In Korinth predigt Paulus „jeden Sabbat“ „in der Synagoge und konnte viele Juden und Griechen überzeugen.“ (ebd., 18,4) Erst als Silas und Timotheus aus Makedonien nachgekommen waren, kann sich Paulus ganz der Mission widmen. Er versucht die Juden durch Schrifterfüllungszitate zu überzeugen, dass Jesus der verheißene Messias ist. Das gelingt nicht so, wie es sich Paulus vorstellt und er zieht (wie schon in Ephesus) aus der Synagoge aus: „Er verließ die Synagoge und ging zu Titius Justus, einem Mann, der dem Judentum nahestand. Dessen Haus stand neben der Synagoge. Auch Krispus, der Synagogenvorsteher, kam mit seiner ganzen Hausgemeinschaft zum Glauben an Jesus. Als man in Korinth davon hörte, kamen viele weitere zum Glauben und ließen sich taufen.“ (ebd., 18,7f)

Paulus predigte in dieser Zeit offensichtlich im Haus eines reichen Proselyten, der genug Platz für Versammlungen und Unterricht hatte. Hier tauchen die gleichen Fragen wie an anderen Orten auf. Es ist völlig unvorstellbar, dass in dieser Zeit keine schriftlichen Überlieferungen entstehen. In welcher Form existieren die Jesusworte und Formulare, die Paulus und seine Mitarbeiter für die Taufparänese und die Taufe verwenden?

Es gibt noch eine andere griechische Stadt, in die sich auch heute eine Reise lohnt, Thessaloniki. Der erste Brief an die Gemeinde  in Thessalonich (wie wir es eingedeutscht nennen) gibt uns einigen Aufschluss über die Methodik des Paulus. In dieser griechischen Großstadt hatte Paulus ebenfalls eine Gemeinde gegründet: „Darum ist das Evangelium nicht nur als Wort zu euch gekommen, sondern als Wundermacht, als wunderbare Gabe des Heiligen Geistes, als feste Gewißheit.“ (1,5) Hier knüpft Paulus wohl an Jesus an, der durch Wort und Zeichen das Evangelium mit „exousia“ verkündigt hatte. Seine Arbeit hat sich „gelohnt“, denn er kann nun schreiben:
„Ihr habt bewiesen, daß die Botschaft wirklich bei euch angekommen ist.“ (1,6b) und weiter: „Daher wäre es eigentlich unnötig, euch weiter zu belehren.“ (1,8b) Denn die Thessaloniker waren umgekehrt von den Götzen zum „lebendigen, einzig wahren Gott“ (1,9c) und hoffen auf „Jesus, seinen Sohn“ (1,10), „den er aus den Toten auferweckt hat, der vom Himmel her wiederkommen und uns retten wird aus seinem kommenden Zorngericht“.
Paulus hat in Thessaloniki „mit Gottes Hilfe das Evangelium verkündet“ (2,2b) und zwar: „Streng nach der Wahrheit, lauter und ohne Vorbehalt.“ (2,3) Er hat es nicht für Geld, Ruhm oder Ehre getan (2,5-7), er hat sich sogar seinen Lebensunterhalt selbst verdient, um niemandem zur Last zu fallen (2,9).

Wie sah diese Verkündigung aus? Wie bei einem Vater, schreibt Paulus, der sich um seine Kinder kümmert (2,11): „Jeden einzelnen von euch haben wir angeleitet, getröstet und eindringlich ermahnt, daß ihr euch so verhaltet, wie Gott es will.“ (2,12)

Das ist eine sehr persönliche Form des Unterrichts und der Begleitung in ein neues Leben mit Jesus Christus. Wie mag diese Unterweisung im Einzelnen ausgesehen haben? Wie ist die „Botschaft der Rettung“ (2,16) von Paulus und seinen Mitarbeitern weitervermittelt worden? Wenn er im Team arbeitet, dann kann er nicht nur Solovorträge oder Predigten im modernen Sinn gehalten haben. Thessaloniki war auch damals schon eine bedeutende Hafenstadt und zudem ein Verkehrsknotenpunkt, also eine Stadt, in der Bildungsvermittlung eine lange Tradition hatte. Es ist deshalb kaum anzunehmen, dass die Schulung dieser Heidenchristen ohne schriftliche Wissensvermittlung auskam. Diese Menschen verfügten über keinen jüdischen Wissenshintergrund, bei ihnen spielten Schriftbeweise aus dem Alten Testament keine Rolle, sondern sie mussten direkt mit den Worten, Taten und dem Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu konfrontiert werden. Sie brauchten Anleitungen und Texte zu Gottesdienst, Taufe, Abendmahl, Gebet und sie brauchten die „Gebote des Herrn“ für die Praxis des Glaubens!

Paulus schickt nun noch einmal Timotheus nach Thessaloniki, „unseren lieben Bruder und Mitarbeiter Gottes bei der Verkündigung des Evangeliums von Jesus“ (3,2). Er soll „stärken und ermutigen in eurem Glauben“ (3,2b). Was kann das heißen, wenn nicht ein weiterer Unterricht im Evangelium? Dazu hatte Timotheus mit Sicherheit immer „die Worte des Herrn“ bei sich.
Timotheus reist nach Thessaloniki und kommt noch, während Paulus an diesem Brief arbeitet, mit guten Nachrichten zurück. Trotzdem will Paulus der Gemeinde in Thessaloniki noch „dies ans Herz legen: Wenn ihr das, was ihr von uns angenommen habt, in eurem Leben Wirklichkeit werden laßt, dann wird euer Christentum lebendig, vielfältig und reich.“ (4,1) Weiter schreibt er: „Einige der Christenpflichten, die wir euch im Namen Jesu Christi mitgeteilt haben, sind euch wohlbekannt, wie ihr euch erinnern werdet.“
Der Brief schließt mit einem Exkurs über eschatologische Fragen. Ich nehme an, dass Timotheus diese Fragen von seinem Besuch mitgebracht hat, Paulus geht sofort darauf ein. Angelpunkt seiner Argumentation ist dabei ein Jesuswort, das er schon als bekannt in Thessaloniki voraussetzt: „...denn ihr wißt ja: Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht; keiner weiß wann es sein wird.“ (5,2)

Aus der gesamten Darstellung wird deutlich, dass die Gemeinde in Thessaloniki schriftliche Unterlagen erhalten hat, die auf jeden Fall Jesustexte enthielten, sonst wäre der paulinische Bezug darauf ohne Sinn. Der Thessalonicherbrief gehört in die Frühzeit der Mission, deshalb muss es damals schon die Zusammenstellungen der Jesusworte bei Paulus gegeben haben. Sie bilden eine wichtige Grundlage in jeder Gemeinde für die Arbeit der Ältesten und Vorsteher. Es ist völlig absurd anzunehmen, dass diese Männer ohne eine schriftliche Grundlage des Evangeliums eine Gemeinde geleitet haben können. Das wäre in Städten mit einer langen Schriftkultur wie Ephesus, Korinth und Thessaloniki auch ein Unding. Ich kann heute nicht mehr verstehen, wie ich mich selbst mit einem solchen Unsinn abgefunden habe. Ohne die frühe Verschriftlichung des Evangeliums wäre das Missionskonzept der Gemeinde von Antiochia (vergessen wir nicht, auch dort hat Paulus vor dem Beginn seiner ersten Missionsreise zusammen mit Barnabas über Monate gelehrt!) und das Abenteuer der paulinischen Mission gar nicht möglich gewesen. Gelehrten Menschen mit einer klaren Strategie ein solches Vorgehen zu unterstellen ist geradezu lächerlich.

Zurück zum Briefe schreibenden Paulus. Er nimmt an, dass die Gemeinde von Thessaloniki weiter geschult werden muss und  ermahnt sie zum Schluss: „Wir bitten euch: Hört auf die, die unter euch Missionsarbeit leisten, auch auf die Gemeindevorsteher und diejenigen, die euch den rechten Weg weisen.“ (5,12)
Und dann kommt noch die Wichtigkeit dieses schriftlichen  Zeugnisses zum Ausdruck: „Im Namen des Herrn bitte ich euch dringend, diesen Brief allen Brüdern und Schwestern vorzulesen.“ (5,27)

Wir haben hier aus einer sehr frühen Zeit ein Beispiel, wie in den Gemeinden die schriftliche Kommunikation gepflegt wurde. Wir müssen daraus schließen, dass es schon Schriften mit Jesusworten gab, die für diese Interaktion benutzt wurden. Die christliche Lehre hatte in den jungen Gemeinden einen starken Schwerpunkt und damals wie heute gehören zum Lernen Bücher und Hefte!

Auch der 1. Korintherbrief ist für unser Thema eine wichtige Quelle. Paulus verweist in ihm darauf, dass er Timotheus nach Korinth geschickt habe: „Er soll euch an all das erinnern, was ich im Dienst Jesu, des Messias, unternommen habe, wie ich weltweit in den Gemeinden wirke und lehre.“ (4,7b) Es gibt außerdem schriftliche Anfragen aus den Gemeinden: „Eure schriftliche Anfrage betraf das Thema Enthaltsamkeit.“ (7,1)

Wir haben schon dargestellt, dass Paulus sicher eine Abschrift von Jesusworten vorliegen hatte, die ihm auch zur Entscheidung von Streitfragen diente. Auf diesem Hintergrund ist 1. Korinther 7,25 zu verstehen: „Über Unverheiratete hat der Herr meines Wissens nichts gesagt. Ich sage euch meine Meinung dazu, und weil der Herr mir doch so offensichtlich sein Erbarmen erwiesen hat, könnt ihr mir vertrauen.“ Woher sollte Paulus wissen, ob der „Herr etwas gesagt hat“, wenn es nicht schriftlich fixierte Zeugnisse mit Worten Jesu im Besitz des Paulus geben würde? Sollte er die Worte Jesu alle im Gedächtnis haben? Dann hätte er sie aber vorher auf einer seiner Lebensstationen nach einer Lehrverlesung als Schüler lernen müssen!

Paulus zitiert in Kapitel 8 (Vers 6) einen Teil eines Bekenntnisses: „...doch wir kennen nur den einen Gott und Vater, der alles geschaffen hat und für den wir leben, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alles geschaffen ist, auch wir.“ Wird dieses Bekenntnis in seiner kompletten Form im Gottesdienst verwendet? Gehört es zu seinen eigenen Aufzeichnungen? Hat Paulus das „Gesetz des Messiaskönigs Jesus“ (9,21b) irgendwo schriftlich? Ist das eine Bezeichnung für seine Jesusüberlieferung?

Paulus möchte auf die Menschen eingehen „wie das Evangelium selbst“ (9,23), d.h. er versteht seine Botschaft in Lehre und Predigt als Evangelium, ähnlich wie es Jesus selbst auch tat. Er fordert die Korinther auf, ihm nachzueifern, „so wie ich Jesus, dem Messias, nacheifere“ (11,1) und er lobt sie für ihren positiven Umgang mit dem Evangelium: „Ich muß euch loben, weil ihr euch alles merkt, was ich euch gesagt habe, und bewahrt, was ich euch überliefert habe.“ (11,2)

Das Merken bezieht sich auf den Vorgang des Lernens, das braucht in der Abwesenheit des Paulus aber eine schriftliche Grundlage, die durch den zweiten Halbsatz des Parallelismus nahegelegt wird: bewahren, was ich euch überliefert habe, also aufheben, was ich euch schriftlich hinterlassen habe! Das Übergeben der Überlieferung scheint ein besonderer Akt in der Gemeindegründung gewesen zu sein. Denn jede Gemeinde brauchte nach dem Vorbild der Synagoge eine schriftliche Überlieferung des Evangeliums, nicht nur die Septuaginta. Sie brauchte außerdem Texte für Gottesdienst, Abendmahl und Taufe. Undenkbar, dass das Paulus alles der zufälligen Merkfähigkeit von Menschen überlassen hätte, die er erst seit kurzer Zeit kannte. Viele Sätze aus seinen Briefen legen das nahe.

Ein entscheidender Punkt der Jesusüberlieferung aber ist das Abendmahl, dessen Einsetzungsworte zum schriftlichen Grundbestand jeder Gemeinde gehören müssen! So erinnert Paulus im 1. Korintherbrief noch einmal an diese Worte: „Denn ich habe euch doch berichtet, was ich von Jesus Christus her überliefert bekommen habe: In der Nacht, bevor er an die Römer ausgeliefert wurde, hielt Jesus mit den Jüngern ein Mahl.“ (11,23) Dieses Mahl hat Paulus vorher „gemeinsames Herrenmahl“ (11,21) genannt, das hier aber mit selbst mitgebrachtem Essen gefeiert wurde.

Paulus weiter: „Zuerst nahm er ein Brot, sprach das Dankgebet und verteilte es mit den Worten: ‘Das bin ich, und ich bin für euch da. (wörtlich: ‘Das ist mein Leib für euch.’) Genauso sollt ihr zur Erinnerung an mich das Mahl halten.’ Als sie das Brot gegessen hatten, nahm Jesus den Becher in die Hand und sagte dazu: ‘Wenn wir aus diesem Becher den Wein trinken, dann ist das der Neue Bund, der durch meinen gewaltsamen Tod, durch mein Blut, geschlossen worden ist. Immer wenn ihr so das Mahl haltet, dann tut es in Erinnerung an mich.’ Denn jedesmal, wenn ihr so das Brot eßt und aus dem Becher trinkt, dann bezeugt ihr damit, daß der Herr, der euch durch den Tod entrissen wurde, wiederkommen wird.“ (11,23b-26)

Interessant ist auch noch der folgende Satz, der die Kommunikation zwischen Paulus und der Gemeinde in Korinth aufzeigt: „Alles andere (zum Thema Abendmahl) will ich bei meinem Besuch regeln.“ (11,34b)

In der Gemeinde werden Loblieder und Danklieder gesungen, die neu gedichtet wurden, also nicht nur Psalmen. Diese Lieder sollen nicht in „fremden Sprachen“ (Zungenrede), sondern verständlich sein, damit jeder sein „Amen“ (14,17) sagen kann! Gemeinsame oder von Gruppen oder auch Solo vorgetragene Lieder müssen aufgeschrieben werden, damit sie wiederholbar sind! Wir stoßen hier auf eine schon länger geübte Praxis in den christlichen Gemeinden, die Paulus vielleicht aus Antiochien mitgebracht hat.

„Bei euren Zusammenkünften bringt jeder etwas anderes mit: Einer trägt mit einem Psalm zu eurer Versammlung bei, ein anderer mit einem Bericht, wieder ein anderer mit einer Offenbarung, einem Hymnus in fremder Sprache oder einer Übersetzung. Alles soll so vorgetragen werden, daß die übrigen etwas davon haben.“ (14, 26)

Dann kommt Paulus zu einer zentralen Überlieferung seiner Verkündigung, die wir schon mehrfach angesprochen haben, der Auferstehung Jesu, die Paulus von den Auferstehungszeugen selbst weitergegeben wurde. Ich nehme auch hier eine schriftlich vermittelte Passionsüberlieferung an, deren Herzstück das Auferstehungszeugnis der Augenzeugen war. Paulus schreibt: „Ich möchte euch an das Evangelium erinnern, das ich euch verkündigt habe. Ihr habt es angenommen und dadurch festen Stand gewonnen. Vom Evangelium hängt es ab, ob ihr selig werdet. Haltet das Wort, das ich euch verkündigt habe, in Treue fest, sonst war eure Bekehrung eine taube Nuß. So wie man es mir berichtet hat, konnte ich es euch von Anfang an weitersagen:
Jesus, der Messias, ist stellvertretend gestorben für unsere Sünden,
wie es schon in der Schrift steht. Er wurde begraben und am dritten Tage auferweckt, wie es schon in der Schrift steht.

Als Auferstandener ist er Petrus erschienen, danach den Zwölfen.
Dann ist er mehr als 500 Brüdern gleichzeitig erschienen. Die meisten von ihnen leben noch und können es bezeugen, nur wenige sind schon verstorben.
Dann erschien er seinem Bruder Jakobus, dann allen Aposteln einzeln. Zuletzt erschien er auch mir, diesem Pfuschwerk (wörtlich: Fehlgeburt), der ich unter allen Aposteln der unwerteste bin, nicht wert Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.“ (15,1-9)

Dieser Abschnitt enthält Teile eines Taufbekenntnisses, das schon Paulus bei seiner Taufe offensichtlich gelernt hat. Es gehört zu den ältesten Überlieferungen der ersten Gemeinde für das Passions- und Auferstehungsgeschehen, es hat notwendigerweise für die frühe Missionsarbeit schriftlich existiert.

Gegen die Verschriftlichung des Evangeliums in der frühen Gemeinde wird von manchen Autoren 2. Korinther 3,6 ins Feld geführt. Dieser Vers gehört aber in einen ganz anderen Zusammenhang. Paulus schreibt dort: „Denn ich bin ja nicht Kraft meiner eigenen Vollkommenheit zu meinem Dienst geeignet, sondern dadurch, daß Gott mir die Fähigkeit geschenkt hat, den neuen Bund zu den Menschen zu bringen. Dieser neue Bund ist nicht mit Buchstaben, sondern mit Heiligem Geist aufgezeichnet. Buchstaben sind todbringend, der Heilige Geist aber macht lebendig.“ (3,5+6)
Wenn man weiterliest, wird aber deutlich, dass es hier nicht um einen Gegensatz von mündlicher Predigt im Geist und schriftlicher Überlieferung geht, sondern um den Gegensatz von Gesetz und Evangeliumsverkündigung als neuem Heilsweg Gottes: „Die Bundesordnung, die mit Buchstaben in Stein eingemeißelt war, hat Menschen zum Tod verurteilt....Die neue Bundesordnung, die durch den Heiligen Geist vermittelt wird, dagegen ist viel, viel herrlicher.“ (Vers 8) Und diese neue Ordnung muss „vermittelt“ (Vers 9) werden!

„Paulus argumentiert in seinen Briefen immer wieder rhetorisch gekonnt und durchsichtig, aber er ist sich trotzdem im klaren darüber, daß seine Darlegungen nur denen einleuchten, denen Gott durch den Heiligen Geist Herz und Verstand für das Evangelium öffnet (vgl. 2. Kor 4,1-6).“
(Peter Stuhlmacher, Die Inspiration der biblischen Bücher, in: ders., Biblische Theologie und Evangelium, S.221)

Wer die Bibel offen liest und studiert, wird in einem dialektischen Prozess von Wort und Geist zur Erkenntnis der Wahrheit geführt, oder er wird nicht verstehen, worauf es im Evangelium ankommt. Der Geist ist nicht die Voraussetzung zum Verstehen, sondern er führt durch das Wort zum Verständnis, es ist ein offener Erkenntnisprozess, es orientiert sich nicht an der philosophischen Hermeneutik, das Gleiches nur durch Gleiches verstanden werden kann.
Wo aber kein Verständnis geweckt wird, bleibt der Mensch ein Skeptiker gegenüber der göttlichen Liebe.

Schauen wir uns in einem weiteren Kapitel einige andere frühchristliche Schriften an. Der Briefaustausch, den Paulus sehr gepflegt hat, spielte auch in den späteren Gemeinden eine große Rolle. Wir wollen uns also ein paar Beispiele anschauen, wie Texte aus der Jesuszeit in den Alltag der Christengemeinden eingebracht wurden.


copyright Christian Trebing

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